Ahnenforschung

Transkription

 

Die Schweiz ist ein föderalistischer Staat, und dementsprechend waren oder sind die Gesetze und deren Ausführung sowie die erhaltenen Unterlagen und Dokumente in jedem Kanton etwas anders.

Allen Kantonen eigen ist das Heimatrecht. Dieses Recht ist einzigartig und hat viele Vorteile.

Personen wurden über mehrere Generationen im Heimatort registriert, auch wenn die Familie bereits längere Zeit nicht mehr dort wohnte. Das heisst man findet weit zurück Angehörige in seiner Heimatgemeinde.

Seit 1995 besteht ein striktes Datenschutzgesetz, das wie bereits geschrieben, sehr unterschiedlich angewandt wird.

 

Genealogie / Ahnenforschung 

Ahnenforschung beginnt bei den lebenden Verwandten und hört dort auf, wo die Daten fehlen, ungenau sind oder zu viele Personen ohne genauere Bezeichnungen mit demselben Namen vorkommen. Nicht vernachlässigen sollte man die Frauenlinien, sie könnten Überraschungen bergen.

 

Was ist der Unterschied zwischen Stamm- und Ahnentafel?

Eine Stammtafel beginnt mit einem Urahn und listet sämtliche Nachkommen auf. Die Ahnentafel ist genau das Gegenteil, sie beginnt mit einer jüngeren Person, aufgelistet werden nur jeweils die nächsten Elternpaare. Dies bedingt den Einbezug der Frauenlinien, vernachlässigt jedoch Geschwister. 

 

Alte Schriften

Wer hat nicht schon alte Dokumente gesehen und nichts verstanden. Um alte Schriften lesen zu können, ist Erfahrung und Übung nötig. Ich habe in meiner jahrelangen Tätigkeit die verschiedensten Urkunden und Dokumente transkribiert. Gerade die machen eine Familiengeschichte erst lebendig und lehren uns das Leben in früheren Zeiten besser zu verstehen. Je nach Gebiet, Schreiber und Erhaltung der Archivalien findet man Testamente, Erbgänge, Kauf- und Verkaufverträge, Eheverträge und Abrechnungen von Vögten (Vormündern) und anderes mehr.

 

Häuser

Zur Geschichte einer Familie gehören auch die Häuser. Manch ein Haus hat eine interessante Vergangenheit, die zu verfolgen sich lohnt. Leider sind auch hier die Archivbestände sehr unterschiedlich.   

 

Heft oder Buch

Das Ziel einer Forschung ist sicher die Erstellung eines Heftes oder Buches. Für viele eine kreative Herausforderung. Sollten Sie sich nicht daran wagen, helfe ich gerne.  

 

Wo sind die Daten vor 1875?

Schon vor der Reformation wurde das Führen von Taufbüchern verlangt. Erhalten sind nur wenige. Anhand der Aufzeichnungen aus späteren Zeiten ist anzunehmen, dass die Notizen oft nur auf Zetteln erfolgten und somit nicht erhalten wurden.

Nach der Reformation verlangte die neugläubige Obrigkeit die Führung von Taufverzeichnissen, um die Widertäuferei zu erkennen und zu verhindern und das Alter der Heiratswilligen zu überprüfen. Eheregister sollten geführt werden um das Konkubinat zu bekämpfen. An den meisten Orten sind die Bücher aber nur zögerlich eingeführt worden. Vor 1600 existieren nur wenige. Bis 1875 sind die meisten auf Mikrofilmen oder Xerokopien in den jeweiligen Staatsarchiven einsehbar. Wenige Ausnahmen liegen noch in den Kirchen- oder Gemeindearchiven.

Die Sterberegister wurden so unterschiedlich eingeführt, dass ich hier eine Erklärung sein lasse.

Ab zirka 1800/1825 gibt es in fast allen Kantonen Bürgerrodel, Familien- oder Haushaltverzeichnisse. Die sind je nach Kanton nur mit einer Bewilligung und entsprechenden Kosten einzusehen.

Im Gebiet des Kantons Zürich sowie im reformierten Untertanengebiet des Kantons Thurgau begann man um 1620/30 so genannte Seelenrödel zu verfassen, heute Bevölkerungsverzeichnisse genannt. Es wurden immer alle zurzeit dort wohnenden reformierten Familien aufgelistet. Leider enden sie zwischen 1710 und 1760.

Mit der Bundesverfassung von 1874 Art. 53 und einem neuen Gesetz vom 24.12.1874 wurde die kantonale Vielfalt abgeschafft. Ab dem 1.1.1876 waren nun einzig die Zivilstandsbeamten berechtigt die Register zu führen und Tauf-, Ehe- und Totenscheine auszustellen.

 

Daten von 1876 bis heute / Datenschutz 

In der Schweiz wurde 1995 ein striktes Datenschutzgesetz eingeführt. Personendaten sind 125 Jahre geschützt. Es ist nicht mehr jedermann möglich nach allem und jedem zu suchen. Zum einen Teil verständlich, manchmal aber auch sehr einschränkend.

Für an Genealogie Interessierte heisst das, dass sie das Anrecht auf die Daten der direkten Ahnen haben, nicht aber auf Seitenlinien.

Da das eidgenössische Gesetz sehr föderalistisch angewandt wird, erläutere ich hier nur die Gegebenheiten im Kanton Bern.

Einsicht nehmen kann man nicht selber in die Zivilstandsbücher. Es gibt hier drei Möglichkeiten zu den Unterlagen zu gelangen.

  1. Man trägt die Daten selber zusammen.      Eltern, Grosseltern, Tanten und Onkeln wissen noch viel Interessantes.
  2. Man fordert vom entsprechenden Zivilstandsamt      ein oder mehrere Familienblätter an. Diese sind kostenpflichtig, eventuell      verlangen die Ämter eine Bewilligung.
  3. Man beauftragt eine Berufsgenealogin.      Für Daten nach 1875 (Kanton Bern ab 1900) brauche ich eine Vollmacht.


 

Heimatrecht

Unser System mit Vererbung des Heimatortes über Generationen hinweg ist einzigartig. Der Ursprung dieses Rechts lese man am besten im Historischen Lexikon der Schweiz unter Bürger, Bürgergemeinde, Bürgerversammlung und Heimatlose.

 

Links

www.sgffweb.ch     Schweizerische Gesellschaft für Familienforschung

www.ghgb.ch          Genealogisch Heraldische Gesellschaft Bern

www.ghgz.ch          Genealogisch Heraldische Gesellschaft Zürich